Wie alles begann...

Eine Kombination aus hilflosen jungen Eltern, einem ständig unzufriedenen Baby und einer gesunden Portion Pragmatismus von Seiten der Hebamme brachten meinen Mann und mich 2011 zu unseren ersten Erfahrungen mit dem Tragen im Tragetuch. Die kläglichen Versuche, unsere Tochter in Selbigem an unsere Körper zu binden, überforderten uns jedoch derart, dass wir schnell auf eine geliehene Tragehilfe (den damals klassischen Ergo Carrier) umstiegen. 

Die kleine Sirene schaukelte fortan seelig mit uns durch den chaotischen Alltag, war weitestgehend zufrieden und wir hatten endlich wieder etwas Luft zum Atmen. Zudem genossen wir die absolute Unabhängigkeit im trubeligen Stadtleben, in dem uns keine Treppenstufe und keine enge U-Bahn mehr ins Schwitzen bringen konnten.

Nach der Geburt unseres Sohnes im Sommer 2013 kamen wir also gar nicht erst auf die Idee, das Baby irgendwo anders als eng an uns gebunden zu tragen. Diesmal hatten wir Dank einfühlsamer Anleitung durch unsere Hausgeburtshebamme auch endlich den Dreh mit dem Tragetuch raus und so bemerkte unsere Erstgeborene den Neuzuwachs Anfangs kaum, der wie zuvor im Bauch nun stets als kleine Kugel vor uns rumbaumelte. Mit zunehmender Mobilität verlangte der Knirps aber bald nach besserer Aussicht und mangels alternativer Fertigkeiten wurde er dann lange Zeit (das genießt er bis heute) auf vier Rädern durch die Gegend geschoben.

Erst unsere kleinste Tochter brachte uns Anfang 2017 die große weite Welt der Tragetechniken nahe.

Dank unzähliger Youtube-Videos und einer erstklassigen Trageberatung durch Raphaela Groeger von der Die Trageschule Dresden (R) konnten wir sie nun in nahezu jeder erdenklichen Position am Körper tragen. Beim Schuhebinden, Essenkochen, Treppensaugen, Pfützenspringen, Sandburgen bauen und Tränen wegwischen, unsere Mini-Maus schlummerte meist unberührt ob der schrillen Geräuschkulisse angekuschelt in unsere Nackenhärchen oder Achselhöhlen (das arme Ding!). Dort hatte sie stets den vollen Überblick und konnte den Input aus der Umwelt ganz nach ihren Bedürfnissen regulieren. Und mit zunehmender Beweglichkeit wurde das Tragen sogar umso wichtiger. Wo sonst ließen sich die vielen neuen Eindrücke besser verarbeiten, als in der Geborgenheit eines portablen Kuschelnestes? Besonders der Ring-Sling ist bei uns nach wie vor ein nicht mehr wegzudenkender Alltagsbegleiter. Nirgends rutscht ein kleiner Kinder-Popo schneller rein, um mal kurz im schützenden Nest anzudocken und fünf Minuten später die Entdeckungsreise in die Welt fortzusetzen.

Weil ich in den letzten Jahren nun so oft auf der Straße, im Kindergarten oder beim Einkaufen angesprochen wurde und die Rückmeldungen stets so voller Wertschätzung und Wohlwollen waren, möchte ich dieses Gefühl des Angekommen seins nun gerne weitertragen und habe deshalb im Februar 2018 meine Ausbildung zur professionellen Trageberaterin bei der Die Trageschule Dresden (R) begonnen. Während des Einführungs- und Aufbaukurses in München konnte ich viele neue Techniken, Hintergrundinfos und Kontakte zu anderen Trageberaterinnen aus dem Stadt- und Landkreisgebiet sammeln und will euch nun mit umfangreichem Know-How und praktischer Lebenserfahrung zur Seite stehen. Im Mai 2019 durfte ich beim Zertifizierungskurs die beeindruckende Gründerin der Trageschule, Ulrike Höwer, kennen- und bewundern lernen und mir nochmal eine große Portion Hochachtung und Motivation für das Arbeiten mit jungen Familien mitnehmen.

Das Leben mit Kindern ist heute vielfältiger und rasanter denn je. Zum Glück wachsen die Möglichkeiten, sie in den trubeligen Alltag mit einzubinden genauso schnell und so gibt der Markt an Tragehilfen wirklich für jede Eltern-Kind-Konstellation eine ideale Lösung her. Damit es bei euch nicht auch drei Kinder dauert, bis ihr eure Wohlfühltrage gefunden habt, lasst uns gemeinsam hinspüren, was ihr und euer Baby braucht, mögt und auch tatsächlich umsetzen könnt. Es gibt keine Alltagssituation, die sich nicht durch eine geeignete Tragetechnik noch entschärfen lässt.